Coober Pedy

Auf dem Weg vom Uluru nach Süden überquert man die Grenze zwischen dem Northern Territory und South Australia. Während im Norden hauptsächlich die Waldwüste zu sehen war, gibt es im Süden fast nur Gras- oder Steinwüste. Das Land ist so flach, dass man 180 Grad Horizont sieht, oben blauer Himmel, unten Geröll und ein paar Büschel vertrocknetes Gras. Von den Kühen keine Spur mehr. Und dann: plötzlich eine Stadt: Coober Pedy. Der Name ist die englische Schreibweise des Aborigine-Ausdrucks für “white man in a hole” und sagt, dass hier die weissen Australier Löcher in die Erde buddeln und Opale suchen (und hoffen, damit reich zu werden). Das wird tatsächlich noch wie im vorigen Jahrhundert gehandhabt: wer will, bezahlt 45 Dollar und erhält damit die Erlaubnis, auf dem ganzen grossen Gebiet, wo man Opale vermutet, rumzubuddeln und danach zu suchen. Einfach so. Da ist keine grosse AG, die alles unter Kontrolle hat, nein. Jeder buddelt für sich. Und weil es da im Sommer sehr heiss (bis 45 Grad) und im Winter sehr kalt (auch Minusgrade) ist, werden die Löcher, aus denen alle Opale rausgeholt wurden, als Wohnungen genutz. Dort ist es immer angenehm warm, ganz ohne Heizung oder Klimaanlage. Und man kann sich seine Wohnung genau so aushöhlen, wie man sie braucht. Zuwenig Platz? Kein Problem, einfach weiter buddeln. Individuelle Raumformen? Aber sicher. Der einzige Nachteil ist, dass es kein Sonnenlicht gibt. Inzwischen leben in Coober Pedy etwa 70 Prozent der Bevölkerung unterirdisch. Was nicht so schön ist: oben sieht man dann allerdings überall weisse und braune Haufen – der Schutt, der unten rausgeholt wurde. Aufgrund der Farbe heissen die “Salt & Pepper Hills”. Anstatt die Löcher aber wieder zu schliessen, werden überall Schilder aufgstellt: “Danger: Deep Shafts!” (Bild ist nicht von mir). Die Gegend sieht also im wahrsten Sinne des Wortes ziemlich wüst aus (weil Wasser extrem teuer ist, gibts auch in dem Ort nur ganz ganz wenige Pflanzen). Aber nach der Erklärung unseres Tourguides konnte auch ich darin die sauber abgesteckte Kartbahn, den Pferderennplatz, den Schiessplatz und sogar den obligatorischen Golfplatz (nur diesmal ohne Rasen!) erkennen. Was ich bisher nicht wusste: die aussergewöhnliche Gegend um Coober Pedy ist ein sehr beliebter Drehort (“Mad Max III” und “Ground Zero” und viele mehr) und firmiert unter dem Namen “The Breakaways” (Bild: http://www.lonestarr.de/new/Best/tn/breakaways.jpg.shtml) und “Moon Plateau” (sieht wirklich aus wie Mondlandschaft).

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Soviel an Wissenswertem über das australische Outback. Ist doch mehr drin, als es auf den ersten Blick scheint, was? Naja, so gross wie das ist, da muss doch irgendwas sein ;-) (nur in der Regel kein Internet)

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