der zweite Geburtstag

Lang ersehnt war der Tag. Jetzt endlich war er da!

Immer, wenn man Pascale in den letzten Tagen gefragt hat, was sie sich zum Geburtstag wünscht, antwortete sie: “Schokolade!” Also haben wir ihr mal den Gefallen getan und ein paar Schokoriegel mit zu den Geschenken gelegt.

7.15:
Beim ersten Mucksen aus dem Kinderzimmer heute morgen liefen Philipp und ich hinüber und sangen “Happy Birthday” für Pascale. Sie war noch gar nicht richtig da und meckerte ein bisschen. Da nahm ich sie auf den Arm. In dem Moment sah Pascale ihr erstes Geburtstagsgeschenk: ein Trampolin und darauf lagen ein verpacktes Geschenk und ein paar Schokoriegel. Pascale wurde sofort lebendig, kletterte auf das Trampolin, setzte sich im Schneidersitz hin und packte ein Twix aus. Hm, Schokolade. Dann isst sie noch ein Twix. Sie nimmt das Trampolin genüßlich in Besitz. Dann packt sie das Buch aus. Dann kommen Buch und Schokolade runter vom Trampolin und das große Springen beginnt. Hops, hops, immer höher. Sie will gar nicht wieder aufhören. Springt nach vorn, nach hinten, nach links, nach rechts, nach vorn …. im Kreis rundherum … und springt und singt dabei das Lied vom Kinderturnen: “Herschauen, hallo … jetzt fangen wir gleich an …”. Pause. Mit dem Po aufs Trampolin plumpsen. 1 Sekunde später: Weiterspringen. Und wieder: Hopsen und “Herschauen, hallo” singen. Nach 5 Minuten: Pause. Plumps. 1 Sekunde später: Weiterspringen.

9.10:
Mit irgendeinem Trick schafften wir es doch noch, Pascale vom Trampolin runterzuholen und in die KiTa zu fahren. Unterwegs im Auto hängt Pascale total schlaff im Kindersitz. Ja, Trampolinspringen ist SEHR antstrengend.

9.45:
Ankunft in der KiTa: Die Zahnputzfee kommt. Eine Frau mit einem großen Rucksack setzt sich mit den Kindern hin und zieht eine Show ab, in der an einem Plüschkrokodil mit eingebautem Riesengebiss das Zähneputzen geübt wird. Jedes Kind darf mal mit der großen Zahnbürste im Krokodilmaul die Zähne putzen. Schließlich sind die Krokodilzähne alle ganz sauber und das Krokodil will ausspülen und das Wasser ausspucken. Die Kinder sollen mit den Händen ein Waschbecken formen und das Krokodill spuckt hinein. Die Kinder quietschen, denn das Krokodil hat nicht nur ein Gebiss, sondern auch eine Wasserpistole eingebaut, die schön spritzt. Und danach gehen alle Kinder ins Bad und putzen sich mit großer Begeisterung die eigenen Zähne. Toll, was?

10.15:
Für Pascale werden 2 Kerzen angezündet und Lieder gesungen. Pascale darf dann die Kerzen auspusten und ein Geschenk von der KiTa auspacken. Es ist ein Buch mit Puzzles “Der Feengarten”. Sehr schön. Dann hole ich Luftballons, Luftpumpe, Luftschlangen, und Tröten aus dem Rucksack und das große Toben beginnt. Die größeren Kinder tröten um die Wette, die kleineren patschen nach den Luftballons. Ein paar Modellierluftballons hatten wir auch noch, damit haben wir dann noch Schwerter und Hunde gebastelt und einige einfach nur fliegen lassen. Hej, was für ein Spaß. Nur Pascale schien sich nicht so sehr zu amüsieren. Sie kam zu mir und sagte: “Ich will ins Bettchen. Ich will schlafen.” Sie war ziemlich ko und musste sich tatsächlich schon mal auf die Matratze legen. Währenddessen verputzten die anderen Kinder fröhlich ihren Geburtstagskuchen. Schließlich konnte Patrycja Pascale doch noch überzeugen, sich auch an den Tisch zu setzen. Pascale war erstmal nur darauf bedacht, ihren Kuchenteller zu beschützen. Erst als die anderen Kinder längst aufgegessen hatten und schon vom Tisch aufgestanden waren, fing Pascale an, ganz in Ruhe ihr Kuchenstück zu verspeisen.

11.00:
Philipp und ich verabschieden uns und fahren nach Hause. Pascale schreit heftig, aber beruhigt sich ganz schnell wieder, nachdem wir weg sind. Zuhause haben wir erstmal gefrühstückt – vorher war keine Zeit zum Essen gewesen.

14.00:
Wir machen uns wieder auf den Weg in die KiTa, um Pascale abzuholen. Sie schläft noch. Eine Viertelstunde später ist sie dann aber doch wach. Gerade aufgestanden und noch nackt kommt sie uns freudig entgegengelaufen. Wir ziehen sie an und fahren zu Oma Dorle.

15.15:
Bei Oma Dorle warten schon ein paar Geschenke auf Pascale. Die packt sie denn auch mit großem Interesse aus: ein Ball, eine Tasche mit Süßigkeiten. Daneben liegt noch ein Kleid, nicht verpackt. Pascale ignoriert das Kleid. Ich frage sie, ob ihr das Kleid gefällt und sie es anziehen will. Pascale: “Nein, ich will DAS anziehen” und zeigt auf ihre Sachen, die sie schon anhat. Eine Weile später kommt Oma Dorle dazu und fragt sie auch, ob ihr das Kleid gefällt. Pascale: “Nein.” Peinliches Schweigen. (Aber ungefähr eine Stunde später will Pascale das Kleid doch mal anziehen und stolziert dann damit wie ein Storch durch den Salat durch Oma Dorles Garten. Am nächsten Tag wollte sie es gleich wieder anziehen und ging damit in die KiTa.)
Dann kommen auch Marcus und Oma Elvira, Opa Manfred und Iris. Gila war auch schon da. Alle haben Pascale Geschenke überreicht. Pascale war stundenlang mit Auspacken beschäftigt. Sie bekam: ein Holztier (das für mich nicht wie eine Schnecke aussieht) zum Hinterherziehen, Wachsmalstifte, Straßenmalkreide, ein Spiel Ringewerfen, einen Bilderbuchwürfel mit Bildern von Norwegen, viele andere Bücher, Seifenblasen (ähm, hab ich noch was vergessen?). Wir gaben ihr die Geschenke immer so nach und nach, so dass sie tatsächlich den ganzen Nachmittag über immer mal wieder eins auszupacken hatte. So hielt die Freude darüber den ganzen Tag an. Wir hatten dann ein gemütliches Kaffeetrinken im Garten und Abendessen im Haus (weil Oma und Opa sich keine warmen Sachen zum Anziehen mitgebracht hatten). Abends kam dann auch noch Uli vorbei, der etwas enttäuscht war, dass die Stimmung nicht so ausgelassen war, wie er sich das vorstellte. Wahrscheinlich hat er sich einen lärmenden Kindergeburtstag vorgestellt. Pascale und wir anderen hatten es aber ganz gern etwas ruhiger, schien mir. Philipp ging es an dem Nachmittag gar nicht gut, der legte sich sowieso lieber auf die Couch.

gegen 21.00 Uhr
packten wir zusammen und fuhren nach Hause. Oma Dorle überließen wir das Aufräumen. Entschuldigung, liebe Dorle und vielen Dank für deine Mühen!

21.30 Uhr
Wir kommen wieder nach Hause. Pascale geht mit Philipp nochmal zum Trampolin. Pascale singt und springt: “Herschaun, hallo …” Papa will sich hinsetzen (er fühlt sich schließlich schlapp und krank). Pascale befiehlt ihm, zu stehen und sie beim Springen festzuhalten. Ich komme dazu und frage, ob ich Papa ablösen kann. Und da geschieht etwas unglaubliches: Pascale schickt mich weg! “Du nicht! Weggehn!” Sie will mit Papa weitermachen und Trampolinspringen. Armer Papa.

Irgendwann ist Pascale dann endlich so müde, dass sie einschlafen kann.
Gute Nacht!

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