Ereignisse am Wochenende

Das letzte Wochenende begann mit Regen. Während Pascale und Philipp am Sonnabend morgen spielten und Papa soviele Geschichten vorlesen musste, dass er schon gar keine Lust mehr aufs Vorlesen hatte (und dann dazu überging, mit Pascale Lesen zu üben – am Abend vorher hat er sie schon mit Eis belohnt für das Lesen von “Felix ist klug”, wenn ich das richtig mitbekommen habe), habe ich mal ausgeschlafen. Sehr angenehm.

Nach dem Mittagsschlaf sind wir losgefahren und haben uns den Spielplatz “1001 Nacht” angesehen. Dahin hatte Pascale mit dem Kindergarten mal einen Ausflug gemacht und ich wollte wissen, ob der wirklich so schön ist. Dort sind nahezu alle Spielgeräte aus Holz und es gibt auch ein Kamel zum Draufklettern (schafft Pascale noch nicht, muss sie noch wachsen), ein Eingangstor, das mit “1001 Nacht” beschriftet ist und auf den Schaukeln sieht man Aladdins Wunderlampe usw. aber das wars dann auch schon. Sonst ist es ein ganz normaler Spielplatz. Pascale wollte oft Seilbahn fahren und fand auch wieder ein Mädchen, das ein paar Mal mit ihr zusammen fuhr. Ein bisschen klettern, rutschen, schaukeln war auch angesagt. Aber so richtig begeistert war sie eigentlich nicht. Doch, war sie von einem Mädchen, dass vor dem Spielplatz mit dem Roller hin und her fuhr. Sie ging glatt hin und fragte, ob sie mal den Roller haben darf. Aber leider gab ihr das Mädchen den Roller nicht. Etwas enttäuscht kam Pascale dann bei mir an und forderte (wie üblich): “Mama, ich will was zu essen aus deinem Rucksack.” Ich bot ihr an: Äpfel, Banane, Grissini … “Nein.” … Pistazien … “Ja. Ich will Pistazien.” Und Philipp auch gleich: “Mama hat Pistazien. Davon will ich auch welche.” Und so saßen wir dann auf einer Bank und knackten und aßen Pistazien, bis die Tüte fast leer war.

Am Sonntag waren wir dann bei Oma Dorle und Opa Harald zu Besuch. Da war auch Fee für ein paar Tage zu Gast und Uli kam auch vorbei. Früher fing Pascale ja immer gleich zu weinen an, wenn Fee sie ansprach. Diesmal war Pascale auch erst ein bisschen ängstlich, aber gleichzeitig auch so neugierig, dass sie ihr hinterlief und guckte, was sie tat. Fee lief zum Komposthaufen. Pascale hinterher. In dem Moment, wo Fee sich umdrehte und zurückkam, flitzte Pascale schnell zurück ins Haus hinein. Später wurde sie aber mutiger und wir konnten alle zusammen auf dem Rasen Ball spielen. Leider hatte Pascale Spaß daran, den Ball einfach mal webzubringen, so dass wir nicht weiterspielen konnten. Nach einigen Minuten holte sie ihn wieder vor und verstand nicht, warum wir dann beleidigt waren und nicht mehr spielen wollten. Na ja, nach einer kurzen Bedenkpause haben wir ihr dann doch wieder verziehen und weitergespielt.

Abends fuhr Philipp mal wieder zu Peter und ich versuchte, mit Pascale Abendbrot zu essen und sie ins Bett zu bringen. Bevor Philipp geht, lässt er sich von Pascale immer versprechen, dass sie ganz brav ist und alles macht, was Mama sagt. Pascale verspricht das zwar großzügig, aber wenn wir dann allein sind, ist ihr dieses Versprechen schon nach 10 Minuten egal. Gestern wollte sie ein wenig im Bett mit mir kuscheln, da haben wir verhandelt, dass wir 6 Minuten kuscheln und dann Abendbrot essen. Nachdem die 6 Minuten um waren, wollte Pascale natürlich nicht raus aus dem Bett. Ich sagte also, dass sie eben Papa versprochen hat, zu gehorchen und schwupps, sprang sie aus dem Bett. Aber sie wollte sich nicht etwa hinsetzen und Abendessen, sondern mit mir spielen, dass wir einen Ausflug machen. Im Kindergarten war für Montag vormittag ein Ausflug mit dem Bus geplant und so suchten wir Rucksack, Brotdose und Trinkflasche hervor. Ich schmierte Pascale ein Brot und packte es ihr auch ein und wir spielten den Ausflug, weil ich dachte, dass sie dann ja am Ziel auch Picknick machen und das Brot essen würde. Aber Pustekuchen. Sie biss einmal ab und dann war ihr das Essen egal. Als wir den Ausflug zu Ende gespielt hatten, sagte ich ihr, dass es nun Zeit ist, ins Bett zu gehen. Zu protestierte heftig: “Nein, wir müssen noch einen Ausflug machen. Der Ausflug ist noch nicht zu Ende. Ich will noch spielen.” Es dauerte ungefähr 10 Minuten, bis sie merkte, dass es mir ernst war und ich mich nicht erweichen ließ, da verlangte sie plötzlich: “Ich will noch was essen und trinken.” Und auf einmal setzte sie sich brav an den Küchentisch, mampfte ihr Brot und trank ganz viel Wasser. Und dann sagte sie: “Ich will das da.” und zeigte auf meine Obstschale. Sie wollte einen Pfirsich. Aber da wir in diesem Jahr noch keine Pfirsiche hatte, wusste sie wohl nicht mehr, wie die heißen. Ob sie sich noch an die Pfirsiche vom letzten Jahr erinnern konnte oder einfach nur noch irgendwas haben wollte, weil sie nicht so bald ins Bett gehen wollte, weiß ich nicht. Es war jetzt schon 20.00 Uhr. Ich gab ihr einen Pfirsich (leider waren die noch etwas hart) und Pascale knabberte ihn Stück für Stück mit heißer Wollust auf. Ich konnte es kaum fassen. Sie brauchte 10 Minuten, aber am Schluss war nur noch der Kern da und sie sagte: “Ich will noch einen Pfirsich.” Hm, naja, widerstrebend gab ich ihr noch einen und wartete weitere 10 Minuten, bis sie diesen wie schon den vorigen mit höchster Konzentration aufgegessen hatte, ohne auch nur einen Moment zwischendurch zu reden oder zu singen oder Quatsch zu machen, wie sie das sonst beim Essen tut. Nach diesem Pfirsich sagte sie wieder: “Noch einen.” Aber da hatte ich dann wirklich keine Geduld mehr, sondern vertröstete sie auf den nächsten Tag. Das Zähneputzen klappte dann halbwegs gut, Sandmann gucken natürlich auch.

Dann beim Schlafanzug anziehen sagte sie: “Ich vermisse was.” Ich fragte, was sie denn vermisst: “Meinen Papa. Papa soll mich ins Bett bringen.” Am Abend davor hatte sie verlangt, dass ich sie ins Bett bringe. Heute brachte ich sie ins Bett, was es ihr also auch wieder nicht recht.  “Tja, der ist zu Peter gefahren. Wenn du willst, dass er das nicht tut, dann musst du ihm das sagen. Aber sonst ist er jeden Tag da und bringt dich ins Bett. Da darf er doch auch einmal ausgehen und sich vergnügen, oder?” – “Ja.”

Geschichten vorlesen war natürlich auch unproblematisch. Nur dass ich jedesmal zusammenzuckte, wenn sie sich gegen meinen Bauch gelehnt hat, weil es mir unangenehm war und ein bisschen weh tat und Pascale jedesmal ganz schuldbewusst “oh, entschuldigung” sagte. Nach den Geschichten versuchte sie aber wieder einige Verzögerungstaktiken: “Ich will noch mehr Geschichten. Ich will auf der Matratze schlafen. Du sollst bei mir bleiben….” Aber ich ließ mich auf nichts ein und so schlief sie dann auch lediglich nach einem erneuten Aufstehen und Pipi machen friedlich ein. Da war es aber schon 21.30 Uhr.

Am nächsten Morgen erzählte Pascale ihrem Papa zwei Dinge: “Ich war ganz brav und habe alles gemacht, was Mama gesagt hat.” Stimmte ja nicht, und nachdem ich ihr nochmal gesagt habe, dass sie ewig rumdiskutiert hat, als es darum ging, das Ausflug-Spiel zu beenden und Abendbrot zu essen, hat sie das auch eingesehen. Und dann sagte sie noch: “Papa, du sollst nicht zu Peter fahren. Wenn du wieder zu Peter willst, dann sag ich ‘bleib bitte hier’ und dann sollst du hier bleiben.” Erstaunlich, dass sie sich das so gemerkt hat.

Als es losgehen sollte zum Kindergarten, wollte sie nicht in den Kindergarten. Auch der Hinweis auf den Ausflug half nicht, denn sie wollte lieber nur zuhause einen Ausflug spielen, als mit dem Kindergarten einen echten Ausflug machen. Aber letztendlich hat sie sich dann doch überreden lassen oder eingesehen, dass sie keine Wahl hat und es nicht danch geht, ob sie will, sondern dass es auf jeden Fall in den Kindergarten geht. Und ich habe immer den Eindruck, dass es ihr dort gut gefällt und dass ihr auch der echte Ausflug sehr gut gefallen hat.

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