Knatsch am Morgen

Janosch ist heute mit dem falschen Bein aufgestanden. Erst war er enttäuscht, dass ich keine Zeit hatte, mit ihm noch gemütlich im Bett zu kuscheln. Dann wollte er im Flur unbedingt auf den Schuhschrank klettern. Der war aber vollgepackt mit Dingen, die nicht herunterfallen sollten. Janosch machte jedenfalls ein riesiges Theater mit Geheul. Als Philipp ihn fragte, warum er denn da rauf will, antwortete er: “Ich will ganz in Ruhe nachdenken, ohne von irgendwem gesehen zu werden.” Merkwürdig, so mitten im Flur auf dem Schrank würde ihn aber jeder sehen. Aber warum wollte er nachdenken: “Ich will mir überlegen, was ich essen möchte.” Seit Tagen verweigerte er schon seine normale Stulle zur Vesper im Kindergarten. Aber er hat auch keine Ideen, was er sonst essen möchte, außer vielleicht Kuchen.

Janosch weigerte sich nun also auch, Jacke und Schuhe anzuziehen und in den Kindergarten zu gehen – sondern wollte zuhause solange sitzen, bis ihm eingefallen war, was er denn essen will. Ich erklärte ihm, dass er nicht zuhause bleiben kann, weil ich auch jetzt gleich los muss, um mein Auto in die Werkstatt zum Service zu bringen. Er fragte zwar noch gefühlte hundert Mal, was da gemacht wird und ob es wirklich heute und jetzt sein muss, aber eigentlich war er dann doch willig, sich anzuziehen und in den Kindergarten zu gehen. Leider bekam er beim Stiefelanziehen wieder einen Rückfall. Er versteifte sich darauf, dass er unbedingt erst zu Hause nachdenken muss, was er denn essen möchte. So ging es also mit Riesengebrüll und sich-an-Mama-klammern ins Auto.  :-(

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