Logbuch: Alice Springs – Curtin Springs

Weiter geht es durch das Outback: von Alice Springs (“The Alice”) ueber den Stuart Highway bis Eldundra, wo schon wieder auftanken noetig ist. Dort biegt man ab auf den Lassetter Highway Richtung Westen. Herr Lassetter hatte angeblich Anfang des 20. Jahrhunderts in den Petermann Ranges (die noch ein paar HUndert Kilometer hinter dem Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark liegen) Gold gefunden und eine Expedition mit FLugzeugen gestartet, um das Gold abzubauen. Dabei ist das Flugzeug aber abgestuerzt und so wollte er zu Fuss weiter. Dummerweise ist er aber auf dem Rest des Weges irgendwo verhungert (oder verdurstet?) und bis heute hat niemand die Stelle gefunden, wo das Gold sein sollte.

100 km vor dem Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark liegt Curtin Springs, eine Rinderfarm (= cattle farm), 4162km2 oder 1mio. Acres gross. Dort wurden nicht nur Touren zum und Rundfluege ueber den Uluru und den Kata Tjutas angeboten, sondern auch Kamelritte zum Mt. Conner (das vergessene Wunder, das doppelt so gross, aber leider nicht halb so interessant wie der Uluru ist – wahrscheinlich ist er einfach nicht heilig genug) und Touren quer durch die Rinderfarm.

Hier hatten wir von Alice Springs aus einen Budget Room fuer $45 gebucht und nahmen erstmal einen Burger zum Lunch ein, um die Zeit bis 14.00 totzuschlagen. Dabei konnten wir einen Australier belauschen, der sich mit einem Kanadier ueber den Sinn und Unsinn der Sommerzeit (daylight saving time) unterhielt. Das Lebensmotto eines echten australischen Rinderfarmers im Outback ist: “when the sun goes up, we work, when the sun goes down, we drink” – also braucht er keine Sommerzeit und die gibts im Northern Territory auch nicht.

Jetzt aber endlich auf zum Uluru. Nach einer Stunde Fahrt und $16.25 pro Person konnten wir ihn sehen – eigentlich wollten wir ihn ja bewundern, aber das Gefuehl der bewundernswerten Ehrwuerdigkeit wollte sich nicht so recht einstellen. Es ist eben irgendwie doch ein grosser Stein im Nichts. Mit dem Auto kann man ihn in wenigen Minuten umfahren und von allen Seiten betrachten. Steigt man aber aus, ist man sofort von laestigen Fliegenschwaermen umgeben, die einen an Augen, Ohren und Nase bekrabbeln und kitzeln. Wahrscheinlich sind das die effektivsten Hueter des heiligen Steins – wenn da nicht die schlauen Touristen mit ihren Fliegennetzen waeren. Man kann auch auf einem 10 km langen Weg direkt um den Uluru herumwandern – aber wer will das schon bei 36 Grad oder mehr im Schatten, wenn es keinen Schatten gibt. Der Aufstieg auf den Gipfel war – wie nicht anders zu erwarten – wegen der Hitze geschlossen.

45 km weiter westlich liegen noch 36 andere Steine herum: die Kata Tjutas (Aborigine-Sprache fuer “viele Koepfe”), deren groesster Mt. Olga mit 548 m wesentlich groesser als der Uluru (rund 320m) ist. Am besten sieht man sich diese Felsen von oben an – haben wir aber nicht. Direkt am Eingang der Walpa Gorge und auch von der Viewing Area sehen sie zwar auch schon beeindruckend aus, aber so richtig gut sieht man sie erst aus der Luft.

Da noch Zeit bis zum Sonnenuntergang war, wollten wir dem Cultural Centre noch einen Besuch abstatten, kamen aber zu spaet: um 5.25 schliessen die bereits. Von der extra fuer die vielen Touristen eingerichteten Sunset Viewing Area konnte man dann zwar den Uluru gut sehen, aber die Sonne versteckte sich so gut hinter den Wolken, dass von einem spektakulaeren Farbenspiel keine Rede sein konnte. Pech.

Etwas enttaeuscht machten wir dann noch einen kurzen Stopp in Yulara (=Alice Springs Resort) und kauften in der Newsagency ein paar Postkarten und imSupermarkt teures Wasser und leckeren Schokopudding. Im Dunkeln mussten wir die 100km zurueck bis Curtin Springs, wobei wir auf den Gute-Nacht-Kuss vom Kaenguru gerne verzichtet haben.

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