Logbuch: Curtin Springs – Coober Pedy

Auf dem etwa 650 km langen Weg von Curtin Springs nach Coober Pedy (was von dem Aborigine-Wort “kupa piti” = “white man in a hole” abgeleitet ist – nicht nur, weil es hier Opalminen gibt, sondern weil bereits mehr als die Haelfte der Bevoelkerung wegen der Dauerhitze unterirdisch in den alten Minen wohnt, wo es ganz ohne Heizung und Klimaanlage immer angenehme 22-24 Grad sind, egal ob draussen 45 Grad Hitze oder -5 Grad Kaelte herrschen) gab es ausser der ueblichen Wuestenlandschaft nur wieder ein paar Roadhouses: Mt. Ebenezer, Erldunda, Kulgera, Marla und Cadney Homestead. Alles in allem eine extrem langweilige Fahrt bis auf die Ueberquerung der Grenze zwischen Northern Territory und South Australia. An der Grenze wurden wir durch ein Hinweisschild herzlich in South Australia willkommen geheissen, mussten aber sofort wieder alle Fruechte und Gemuese vernichten, damit wir keine Seuchen einschleppen. Diese Gelegenheit nutzten wir dann fuer einen Apfel-und-Mohrrueben-Snack.

Anscheinend werden die meisten Zusammenstoesse von Autos und Kuehen hier durch Deutsche und Japaner verursacht, denn auf den Schildern stand diesmal unter der ueblichen Aufschrift “Stock crossing”: “Tiere am Weg”. Was natuerlich auch die Ursache der Unfaelle sein kann, da das nicht besonders gefaehrlich klingt.

Anstatt der korrekten Aufschrift “Caution: Cattle xing” war auf einigen Schildern heute “Caution: Cattle fucking” und “Caution: Cattle jumping” zu lesen. Die witzigsten Kaenguru-Warnschilder, die wir gesehen haben, zeigten skifahrende Kaengurus und Kaengurus auf dem Surfboard.

Etwa 35km vor Coober Pedy waren ploetzlich die “Salt & Pepper-Hills” zu sehen. Das sind kleine Huegel aus den Resten des Opalabbaus, die meist weiss, manchmal auch gelb, rot oder braun sind und wie ueberdimensionale Maulwurfshuegel aussehen.

Das Doerfchen beherbergt etwa 2700 Einwohner und zur Zeit ausser uns 3 Touristen: mit zwei anderen Deutschen mussten wir uns auch noch das Schwimmbad teilen, die dritte Deutsche sass zwischen uns in der Schulbibliothek, wo man kostenlos im Internet surfen kann. Es wirkt aber so, als wuerden hier nur 300 Leute wohnen. Es gibt eigentlich nur eine kahle Strasse im Sand – Pflanzen braeuchten ja Wasser und das ist hier kostbarer als Opale. Regen gibt es nur 5 inch oder 14 cm pro Jahr. Das Obst- und Gemueseangebot im einzigen kleinen Supermarkt laesst sehr zu wuenschen uebrig: wahrscheinlich ist es auf dem langen Weg von Adelaide bis hierher laengst vergammelt.

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