noch ein Seepferdchen

In den Ferien war ich mit den Kindern im Wildorado, dem hiesigen Schwimmbad. Im Sommer war das 25m-Becken immer gesperrt wegen Umbauarbeiten, aber das hatte die Kinder nie gestört, weil sie die meiste Zeit im Variobecken verbringen. Das heißt Variobecken, weil sie den Beckenboden verschieden hoch einstellen können, beim normalen Badebetrieb ist die Wassertiefe dann meist bei 1,30m. Pascale kann da gerade so stehen, Janosch nicht, der muss ständig schwimmen. Dass das große Becken gesperrt war, hatte für uns aber den Vorteil, dass man für das Eintrittsgeld von 3 Stunden den ganzen Tag bleiben konnte. Und wenn meine Kinder einmal im Wasser sind, dann gehen die freiwillig nicht mehr raus, bevor das Schwimmbad schließt. Jetzt müssen wir also mehr Eintritt zahlen. Aber egal, ich hatte es versprochen, also gingen wir hinein. Um 12 Uhr waren wir da. Die Hortkinder, die auch an dem Tag in der Schwimmhalle waren, gingen gerade heraus. Und da betonte Pascale, dass das der Grund ist, warum sie nicht vom Hort aus, sondern mit mir schwimmen gehen will. Mit dem Hort muss man ja schon wieder raus aus dem Wasser, noch bevor man richtig nass ist.

Ok, die Kinder schwammen und tauchten also stundenlang. Janosch bekam zwischendurch immer mal Hunger, setzte sich mit mir auf einen Liegestuhl und mampfte unsere mitgebrachten Stullen und Obst. Gegen 17:30 hielt Pascale ihren Hunger dann auch nicht mehr aus und verputzte eine große Portion Pommes mit Hähnchennuggets. Dann wollte sie ins große Becken gehen, aber ich fand die Idee, Janosch allein im kleinen Becken zu lassen und selbst im großen Becken zu frieren, gar nicht gut. Im großen Becken ist das Wasser und auch die Luft wesentlich kälter und mir ist da nur warm genug, wenn ich richtig schnell schwimme. Wenn ich aber ständig zugucken muss, wie Pascale taucht und andere Kunststückchen macht und sie loben und bewundern muss, wie toll sie das macht, dann wird mir dabei nicht warm. Irgendwann verschwand Pascale aber einfach heimlich still und leise und ging allein ins große Becken. Da konnte sie ihren Tauchring nämlich aus 1,80m Tiefe heraufholen. Das machte ihr so großen Spaß, dass sie es wahrscheinlich mehr als 100 Mal gemacht hat.

Gegen 19 Uhr fand im kleinen Becken ein Aquafitness-Kurs statt und wir wurden da herausgeschmissen. Das fanden die Kinder sehr schade, weil es gerade so gemütlich geworden war. Es war schon dunkel, es wurden farbige Leuchten angemacht und Musik gab  es auch. Ich dachte, dass wir dann ja nach Hause gehen können, aber weit gefehlt. Pascale war ja schon im großen Becken und Janosch wollte nun auch dahin. Er fragte mich, wie weit er für das Seepferdchen schwimmen müsste. Einmal durch das kleine Becken? Nein, zweimal durch das kleine oder einmal durch das große. Hm. Er wollte, dass ich mit ihm eine Bahn im großen Becken schwimme. Noch bevor die Bahn fertig war, wollte er Pause machen und schwamm an den Rand. Dann aber weiter und den Rest der Bahn. Und dann: noch eine Bahn. Diesmal schaffte er die ganze Bahn. Es lag also gar nicht daran, dass er nicht mehr konnte, sondern dass er ein bisschen Angst hatte, es nicht zu können. Als er aber merkte, wie gut das ging, wollte er noch eine dritte und vierte Bahn schwimmen. Und dann verlangte er: “Ich will jetzt mein Seepferdchen machen!” Oh, na gut. Ich holte den Schwimmlehrer heran, Janosch sprang ins Wasser, schwamm eine Bahn und holte den Ring aus schultertiefem Wasser (das sind die Bedingungen fürs Seepferdchen), der Schwimmlehrer war ganz begeistert, dass ein 5jähriger das so toll kann und gratulierte Janosch und am Ausgang gab es dann das ersehnte Seepferdchen-Abzeichen und dazu noch einen Schlüsselanhänger als Geschenk. Und Janosch war so glücklich über sein Seepferdchen, dass er gleich noch weitere Bahnen im großen Becken schwamm. Auch er wollte gar nicht wieder aufhören. Irgendwann habe ich die beiden dann doch noch aus dem Wasser geholt und kurz nach halb neun waren wir zuhause.

Nach so viel schwimmen haben beide Kinder mal wieder sehr gut geschlafen. :-) Janosch lag schon im Wohnzimmer auf der Erde, den musste ich nach oben tragen, ihm die Zähne putzen, ihn ausziehen und ins Bett legen – aber das ging super leicht und schnell (viel schneller als sonst, wenn er immer noch gar nicht ins Bett gehen will), denn er wollte ausnahmsweise mal gern schlafen.

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