Planschen statt Turnen

Doch, doch, wir waren auch heute beim Eltern-Kind-Turnen. Aber Turnen heißt beim TSV GutsMuths bei warmem Wetter: Raus auf die grüne Wiese (den Sportplatz) und durchs Wasser waten, über die wasserbespritzte Plane rutschen, unter dem Wasserschlauch durchlaufen, über den Wasserschlauch drüberspringen, zwischendurch zum Aufwärmen mal in die große Weitsprunggrube hüpfen und wieder zurück ins Planschbecken. Pascale hat das sehr gefallen. Sie probierte alles aus, was man in und mit dem Planschbecken machen kann. Das war so ein normales rundes zum Aufblasen, was wir früher schon im Garten hatten. Die erste Erfahrung beim Reinsteigen war natürlich: “huh, kalt”. Ein bisschen stampfen, hüpfen, Bein schwingen und SPRITZEN ohne Ende, das machte Spaß! Pascale wollte gar nicht wieder raus. Da ich mich aber nicht nackt machen konnte wie sie, waren meine Hosenbeine tropfnass. Egal. “Mama, reinkommen!” rief Pascale. Und dann trat sie mit den Füßen auf den Rand, sodass das Wasser herauslief, setze sich mit dem Po auf den Rand, mal von innen, mal von außen – zum Schluss setzte sie sich immer mal kurz mit dem Po ins Wasser “hihihi – kalt”. Oh, es war eine Freude. An der Plane zum Rutschen hatte sie dagegen gar keinen Spaß und auch kein Interesse dafür. Zur Sprunggrube kam sie aber mit. Nun ja, ich habe gesagt, wir gehen jetzt zu dem großen Sandkasten. Na, und reinspringen ist ja auch ihr Ding. Nachdem alle Eltern und Kinder sich an den Händen gefasst und in einer breiten Kette Anlauf genommen und in die Grube gesprungen waren, war Pascale die erste, die rief: “nochmal”. Und los gings. Und nochmal und nochmal. Einmal hatte Pascale aber nicht die Geduld, bis zum Anfang der Grube zu laufen und sprang schon vorher ab. Leider landete sie mit den Knien auf dem Absprungbalken und schürfte sich die nackte Haut auf. Eigentlich störte sie das gar nicht, aber ich sah, dass es blutete und wollte dann nicht, dass sie sich da noch Sand und Dreck reinschmiert. Also habe ich sie aus der wilden Springerei rausgeholt und ihr gezeigt, dass ihre Knie bluten. Das kannte sie noch nicht, das war eine so neue, umwerfende Erfahrung, das hat sie eine Weile beschäftigt. Immer wieder zeigte sie auf ihre Knie und sagte: “das blutet”. Schmerzen hatte sie wohl keine. Als das Turnen dann vorbei war und wir nach Hause gehen wollten, war Pascale hungrig und ich hatte ihr eine Brezel gegeben. Sie lief hinter mir her zum Fahrrad. Plötzlich stolperte sie über eine etwas höher liegende Gehwegplatte und knallte lang hin. Sofort fing sie fürchterlich zu brüllen an. Aber nein, es tat ihr überhaupt nichts weh, sie war nur verärgert, dass die Brezel beim Hinfallen kaputtgegangen war. Ich habe mich dann mit ihr hingehockt, die Einzelteile eingesammelt und ihr eine neue gegeben und sie war schlagartig ruhig und glücklich.

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