Sozialverhalten lernen

Neulich beim Abholen im Kindergarten: Clara zu mir: “Ich krieg ja gleich Gummibärchen.” Fehlte nur noch, dass sie Ätsch dazusagt. Aber es klang auch so wie ätsch. Mir macht das ja nichts, aber alle anderen Kinder macht sie damit sofort neidisch. Pascale wollte natürlich auch welche haben. Die Gummibärchen waren aber im Kinderwagen und so mussten sie darauf noch warten. Claras Mama und wir saßen aber noch in der Garderobe und hielten ein Schwätzchen. Also holte ich mal meine Verpflegung aus dem Rucksack und Pascale und Clara futterten eine Tüte Kekse (die ich geschenkt bekommen hatte), ein Packung Heidelbeeren und ich weiß schon gar nicht mehr, was noch alles. Ein paar Bissen hat Janosch auch ergattert, aber viel wars nicht. Jedenfalls waren die beiden so beschäftigt, dass es ihnen nichts ausmachte, dass ihre Mütter sich unterhielten. Sonst drängeln und quengeln die ja immer, wenn wir uns unterhalten. Draußen vor dem Kindergarten waren Clara und Pascale sofort im Gebüsch verschwunden und wir Mütter warteten darauf, dass sie wieder auftauchten, während wir weiter erzählten. Plötzlich kam Pascale und heulte rum: “Clara will nicht mehr meine Freundin sein.” Ich glaube, sie hatte sogar irgendwie gehauen oder sowas, ich weiß es gar nicht mehr so genau. Clara kam hinterher und meinte: “Pascale wollte meine Gummis wegnehmen.” (Gummibärchen). Pascale erklärte: “Aber du musste mir doch von deinen Gummibärchen abgeben. Wir sind doch Freunde. Und Freund teilen, die machen das so.” Das hatte Pascal in dem Buch vom kleinen König “Meins oder dein” gelernt. Was sie nicht gelernt hatte: dass man nicht darauf bestehen kann und sowas verlangen kann, dass die Freunde alles bereitwillig teilen. Und dass es auch Grenzen gibt, also längst nicht alles tatsächlich geteilt wird. Das war sowohl für Pascale als auch für Clara nicht einfach. “Ich will auch gar nicht mehr dein Freund sein. Nie mehr.” und ähnliche Sätze tauchen dann auf. 5 Minuten später ändern die Kleinen dann sowieso ihre Meinung. Pascale kam diesmal schnell wieder an: “Wir wollen uns wieder vertragen.” Clara wollte aber nicht. Ihre Mutter versuchte, sie zu überreden. Nach ein paar Minuten gelang es ihr sogar. Als Clara dann einwilligte, dass sie nun wieder Pascales Freund sei, fing Pascale sofort wieder an: “Clara, darf ich mit deinem Fahrrad fahren? Du bist doch meine Freundin …” Oh je.

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