unser Kind – unser Lehrer

In den Ferien lernen Kindern anscheinend viel besser und viel lieber als während der Schulzeit. Als Lehrer suchen sie sich dann das Leben oder was sie so dafür halten. Pascale hat sich am ersten Ferientag jedenfalls vor den Computer gesetzt und im Internet einen Film über Haie angeschaut. Abends beim gemeinsamen Familienabendessen ging es dann los mit der Belehrung: Wißt ihr, dass die Menschen jeden Tag etwa 5000 Haie töten? Und das völlig umsonst, denn Menschen stehen gar nicht auf der Speisekarte von Haien. Die mögen viel lieber … (ähm, was eigentlich, hab ich vergessen). Aber damit machen wir die Natur kaputt. Die Haie stehen nämlich am Ende der Nahrungskette und wenn wir die Haie töten, dann vermehren sich die Tiere, die eine Stufe unter den Haien stehen, ganz stark und dann fressen sie die Tiere, die noch eine Stufe darunter in der Nahrungskette auf und dann vermehren sich wieder die Tiere darunter usw. bis am Ende bzw. am Anfang der Nahrungskette kein Plankton mehr da ist und deshalb zuwenig Sauerstoff produziert wird und wir Menschen keine Luft zum Atmen mehr haben. Das ist schrecklich, dagegen müssen wir was tun. ….. Sie hörte gar nicht wieder auf zu dozieren. Ich war stark beeindruckt von der Unmenge an Wissen, das sie in der kurzen Zeit aufgenommen hatte. Leider machte sie sich ernsthafte Sorgen. Gestern abend im Bett vorm Einschlafen fing sie wieder davon an. Ich habe ihr dann erzählt, dass die Menschen nicht nur Haie töten, sondern noch unzählige andere Umweltsünden begehen und ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll, dagegen vorzugehen. Aber dann fiel mir ein, dass es ganz gut wäre, bei sich selbst anzufangen und keine Tiere zu quälen, zu essen, gefangen zu halten, keine Tierprodukte zu kaufen oder solche, die mit Tierversuchen entstanden sind. Hm, da merkte Pascale, dass sie zwar bereit ist, ihren Konsum an tierischen Produkten einzuschränken, aber nicht ganz aufzugeben. Allein von Pflanzen zu leben, kann sie sich nicht vorstellen. Das machte sie dann leider noch trauriger und verzweifelter. Da hatte ich ja wieder was angerichtet.

Immerhin erzählte sie am nächsten Tag auch mal was vom lustigen Teil des Hai-Films. Es gab wohl eine Figur, einen Hai namens Heiner, der liebte die Musik von Heino, machte gern High life und hatte eine Freundin, die war ein Hammerhai und er sagte zu ihr: “Ich finde dich ja so behämmert.” Und darüber konnte sich Pascale nun ganz und gar schlapplachen.

Später fragte mich Pascale: “Mama, was bedeutet eigentlich high life?” – Keine leichte Aufgabe, einem Kind sowas zu erklären.
Und was ich in den letzten Tagen sonst noch so von unseren Kindern gehört habe, war auch nicht ohne:
Janosch: “Die Gefühle macht das Herz, stimmt’s Mama?” – “Was ist Melodie, was ist Rhythmus?” Leider habe ich es nicht geschafft, Rhythmus zu erklären.

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