Zirkusprojekt

Pascale hat diese Woche keine Schule, sondern Zirkus. Die ganze Schule macht da mit. Letzten Sonntag wurde das Zeit aufgestellt. Am Montag bekamen die Kinder von den Trainern eine Vorstellung – Pascale war total begeistert. Als sie abends beim Essen haarklein die Details der Vorstellung erzählte, jammerte Janosch plötzlich: “Mir wird schlecht. Ich kann das nicht mehr hören. Pascale, hör auf.” Ich hatte zwar eher den Eindruck, dass er sich aus irgendeinem anderen Grunde schlecht fühlte und nicht von Pascales Erzählung, aber er ging dann einfach weg vom Tisch.

Heute hat Pascale Jonglieren mit zwei Bällen geübt – sie ist in der Gruppe Jonglieren, Lasso und Hoolahoop. Bin gespannt, wie es weitergeht, denn am Donnerstag Abend und Sonnabend vormittag machen die Kinder eine richtige Zirkusvorstellung für die Eltern, Geschwister und Gäste. Was können die Kinder wohl in dieser kurzen Zeit lernen?

Sonntag:
Die Zirkusprojektwoche ist vorbei. Am Donnerstag waren Janosch, Philipp, Oma Elvira und Opa Manfred in der Vorstellung. Janosch durfte am Freitag mit der Kindergartengruppe nochmal in die Generalprobe von Gruppe B und wollte eigentlich auch am Sonnabend nochmal mit mir in Pascales zweite Vorstellung mitkommen, aber ich hatte keine Karte und das Zirkuszelt quoll sowieso schon über bei so vielen Zuschauern, da blieb er dann doch zuhause. Für Pascale war die Vorstellung nicht ganz so spannend, weil sie selbst dabei wenig zu tun hatte und den Rest der Zeit draußen warten musste. Ihr Auftritt bestand darin, im Cowboy-mit-Pferd-Kostüm einmal durch die Manege zu galoppieren und ein paar Minuten später ein wenig mit 2 Ringen zu jonglieren. Da aber etwa 20 Kinder gleichzeitig in der Manege standen und jeder mit seinen 2 Ringen jonglierte, fiel es gar nicht auf, wenn es bei einem mal nicht ganz so gut geklappt hat. Durch die Menge der Kinder, die gleichen Kostüme, die Beleuchtung und die Musik wirkte das Ganze aber schon richtig gut. Bei den meisten Nummern waren die Zirkustrainer dabei und halfen: da wurde hier und da ein Utensil geradegerückt, Befehle “Allez – hopp” gegeben, damit die Kinder wussten, wann sie welche Bewegung machen mussten, die Akrobaten und Seiltänzer wurden hochgehoben und festgehalten, damit auch nichts schiefgeht, keiner runterfällt und sich keiner verletzt. Für einige Kinder gab es tatsächlich die Herausforderung, etwas schwieriges zu leisten, wofür sie auch mutig sein mussten, für viele war es allerdings auch ein wenig enttäuschend wie bei Pascale. Denn eine richtige Herausforderung war es für sie nicht. Der Sprecher sagte am Anfang, wie toll es ist, dass die Kinder erfahren konnten, wie sie durch Mut, Disziplin, Hilfsbereitschaft (und noch irgendwas) etwas Großartiges leisten können – nun ja, das war bei einem Teil der Kinder so, aber bei Pascale und anderen definitiv nicht. Dafür war die Zeit zu kurz, denke ich. Das Ganze war außerdem so professionell vorbereitet, dass für die eigene Leistung der Kinder einfach nicht genug Platz war.

Sehr schön fand ich einige Nummern der Clowns, die dabei auch selbst sprechen durften – also im Prinzip haben sie Sketche gespielt. Und das haben sie sehr gut gemacht. Die Clownnummern ohne Sprechen waren auch ganz gut, aber da hätte ich mir auch noch eine bessere Körpersprache vorstellen können. Natürlich waren die Leistungen der Kinder sehr verschieden. Manche haben mich schon sehr beeindruckt. Am meisten erstaunt hat mich aber, wie sie es geschafft haben, dass alles so reibungslos und ohne Patzer ablief. Jeder wusste genau, was er wann zu tun hatte. Ein paar Unsicherheiten hier und da waren zu sehen, aber das störte nicht. Mit ungefähr 250 Kindern pro Gruppe und zwei Stunden Programm braucht es eine ganze Menge gute Vorbereitung und Organisation, dass das alles so klappt. Die Zirkustruppe macht das natürlich jede Woche, aber eben jede Woche mit anderen Kindern und Lehrern/Erziehern, die ja auch kräftig mithelfen müssen.

http://www.projektcircus.de

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2 Antworten auf Zirkusprojekt

  1. Mar.io sagt:

    jo, jetzt geht’s!

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